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MEDIA SOUND HAMBURG

6. Internationale Hamburger Sommerakademie für Filmmusik, Gamemusic und Sounddesign

08. Juli - 17. Juli 2016, Hamburg

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Von Heimkehrern, Wiederkehrern und Neulingen

Ein Bericht von Stephan Eicke
Fotos von Dave Schnell


Je öfter MediaSoundHamburg ausgetragen wird, desto mehr erweckt die Veranstaltung den Anschein eines Familientreffens. Dies bedeutet allerdings nicht, dass außer Kaffee, Klatsch und Tratsch nichts geboten wird – im Gegenteil. Die MediaSoundHamburg hat sich weiter entwickelt. Das Konzept wurde beibehalten: Die Teilnehmer der zahlreichen Seminare, Workshops und Foren verbringen die Zeit gemeinsam miteinander im Elsa-Brändström-Haus in Hamburg Blankenese, erhalten auf diese Weise die einzigartige Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu vertiefen – ein einzigartiges Konzept in der deutschsprachigen Veranstaltungsszene, was Filmmusik anbelangt. Und eines mit

unleugbaren Vorteilen: Mehrere Veranstaltungen dauern über mehrere Tage, bis zum Klassenraum sind es von der Unterkunft nur wenige Meter, man kann anschließend darüber diskutieren, gemeinsam essen und trinken, ohne sich darüber Sorgen machen zu müssen, den letzten Bus ins nächste Hotel erwischen zu müssen.

Das Konzept hat sich bewährt und der Eindruck des Familientreffens sich verstärkt, denn im sechsten Jahr dieser Veranstaltung hat sich der feste Kern der Teilnehmer und Gäste verfestigt und vergrößert. Das ist ein Beweis für den Erfolg der MediaSoundHamburg, denn viele ehemalige Besucher sind erneut angereist, oft sogar zum dritten oder vierten Mal, um sich von der Atmosphäre an der Elbe gefangen nehmen zu lassen. Man gab ihnen aber auch abseits der freundlichen Atmosphäre und der gelungenen Organisation genügend Gründe für die Anreise: Randy Thom, zweifacher Oscar-Preisträger und verantwortlich für das Sound-Design des modernen Klassikers The Revenant, gab eine dreitägige Master Class, ebenso wie Filmkomponist Christopher Young, bekannt durch Hellraiser und The Rum Diary, während Youki Yamamoto über seine Orchestrationsarbeit unter anderem für Rachel Portman sprach. Alle drei Ehrengäste hatten ihre Konzepte mit Bedacht ausgearbeitet,

denn alle drei richteten sich sowohl an Einsteiger im Bereich Filmmusik, Sound-Design und Orchestration, gingen nach einer Einführung allerdings schnell in die Tiefe, um den Teilnehmern für ihr Geld und ihren potentiellen späteren Berufsweg auch einiges bieten zu können. Thom, der bereits zum zweiten Mal Gast bei der MSH war, unterrichtete seine Klasse an drei intensiven Lehrtagen nicht nur über die Aufnahme, Erstellung und Bearbeitung von Sounds für Filmszenen in einem praktischen Lehrgang, sondern erläuterte seine komplexe Herangehensweise an den Film The Revenant mit Leonardo DiCaprio, indem er diverse Szenen des Abenteuerfilms vorstellte und im Detail seine Konzepte für die jeweiligen Ausschnitte besprach.

Vortrag darüber, wie man als angehender Filmmusikschreiber Aufträge ergattern und im Geschäft erfolgreich bleiben kann.


Besonders hervorzuheben ist dabei – wie auch in den fünf Jahren zuvor – dass den Teilnehmern durch die konzeptionelle Organisation des Events die Möglichkeit gegeben wurde, auch außerhalb der Klassen, mehr oder weniger privat, Zeit mit den großen Kunstschaffenden wie Randy Thom und Christopher Young zu verbringen. Das schätzten auch sie sehr und sorgten mit ihrer positiven Einstellung auch dafür, dass die sechste Ausgabe der MediaSoundHamburg zum vollen Erfolg wurde. Das hat sie verdient, denn ihre Qualität hat sie über sechs Mal gehalten – man darf sich daher auf die siebte Ausgabe freuen.

Randy Thoms Schüler bei der Sound-Aufnahme

Randy Thom

Stephan Eicke und Christopher Young

Youki Yamamoto

Tatsächlich hätten die Teilnehmer mit Christopher Young als Lehrer nicht glücklicher sein können: Nachdenklich und lebendig gab er ihnen genügend Stoff an die Hand.
Youki Yamamoto hielt es nicht viel anders, indem er nach einer Einführung in das Thema Orchestration zahlreiche Partituren durchging und die Wissbegierigen spontan praktische Orchestrationsübungen unter seiner Anleitung durchführen ließ.


Für die Teilnehmer war all dies lohnend – der beste Beweis dafür war die ägyptische Studentin Hayat Selim, die im vergangenen Jahr mittels eines Stipendiums mehreren Klassen beiwohnen konnte und bereits damals schwärmte, sich als Komponistin durch die MSH beträchtlich weiterentwickelt zu haben. Die Bestätigung erfolgte stante pede, denn in diesem Jahr gewann Selim den Young Talent Award für die Vertonung einer Szene aus einem Videospiel. Herzlichen Glückwunsch!


Auch abseits der drei großen Master Classes bewies Organisator Achim Esser-Mamat ein glückliches Händchen bei der Auswahl seiner Seminar-Leiter, indem er das Spektrum der vergangenen Jahre nicht nur halten, sondern sogar vergrößern konnte. Oliver Koelling, Schüler von György Ligeti, erklärte die Herangehensweise beim Komponieren für Film, TV, Library und Künstler, Panos Kolias und Martin Häne vertieften den Library-Aspekt in ihrem einzelnen Workshop, Henning Fuchs gab mit „Der Film- und Medienkomponist als Unternehmer“ praktische Tipps zum finanziellen Überleben für Komponisten, und Filmmusikagent George Christopoulos wiederholte in abgewandelter Form seinen

Bei Young war es ganz ähnlich: Der 59-Jährige erläuterte anhand seiner Arbeit für die Horrorsatire Drag Me to Hell von Sam Raimi den Arbeitsprozess bei der Anfertigung eines Scores und erlaubte den Anwesenden einen tiefgreifenden Blick in seine Methodik, die sonst niemandem zugänglich ist, indem er Memos, Sprachaufnahmen, Filmszenen, eigene Notizen und die handschriftlichen sowie final orchestrierte Partitur durchging.
Mehr als das: Nach einer Einführung in das Thema Filmmusik, basierend auf den wichtigsten Aspekten, gab er praktische Hinweise und Beurteilungen, indem er die Hausarbeit der Teilnehmer, die Titelsequenz zu Drag Me to Hell zu vertonen, mit den einzelnen Jungkomponisten durchging. Darüber hinaus stellte sich Young auch nach der Klasse den begeisterten Anwesenden zur Verfügung, indem er sich einzeln mit ihrem bisherigen Werk in privaten Sitzungen beschäftigte.